Mut, Vernetzung und Sensibilisierung

Kampagne „Never Walk Alone“ endet erfolgreich

Foto: Christine Koch-Brinkmann

Zum Valentinstag am 14. Februar 2026 endete die Kampagne „Never Walk Alone“ für die Psychologische Beratungsarbeit in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die knapp einjährige Kampagne, deren Auftakt beim Kirchentag in Hannover gefeiert worden war, war bunt und kreativ und reichte von Kinoaktionen über Vortragsabende, Hochzeitsmessen, Marktstände und diakonische Stadtspaziergänge bis hin zu liebevoll vorbereiteten Valentinsgottesdiensten mit Livemusik. Auch die Vernetzung der Psychologischen Beratungsstellen innerhalb der Kirchenkreise wurde durch Informationen über Inhalte und Strukturen in Kirchenkreissynoden und -konferenzen gestärkt.

„Insgesamt wurden durch 18 dezentrale Aktionen in unterschiedlichen Regionen der Landeskirche rund 3.800 Menschen erreicht“, berichtet Christine Koch-Brinkmann, Leitung der Fachstelle für Psychologische Beratung. Die Fachstelle ist Teil des Zentrums für Seelsorge und Beratung in Hannover.

"Sichtbarer, hörbarer und spürbarer"

„Die Psychologische Beratungsarbeit ist in vielen regionalen Projekten und Aktionen sichtbarer, hörbarer und spürbarer geworden“, so Koch-Brinkmann. Schon der Start Ende April 2025 gelang mit dem „Zentrum Psychologische Beratung und Seelsorge“ während des Kirchentages sehr erfolgreich:  60 Berater*innen aus ganz Deutschland boten hier vertrauliche Beratungsgespräche an und machten täglich Gruppenangebote. Der Song „Puzzle“ der Band „Sound Factory“, der eigens für die Kampagne komponiert worden war, machte dazu hörbar Mut, nach Hilfe zu fragen.

„Das auf der Webseite der Fachstelle bereitgestellte Material zur Sichtbarmachung der Psychologischen Beratung wurde über die Grenzen der Landeskirche hinaus genutzt“, erklärt Koch-Brinkmann. „So wurden auf verschiedenen Wochenmärkten an Ständen der Beratungsstellen Rosen, Herz-Lollys oder Apfeltüten mit dem Slogan ‚Wenn der Wurm drin ist …‘ verteilt, um auf das Angebot der Lebensberatung hinzuweisen, ins Gespräch zu kommen und sich mit anderen diakonischen Einrichtungen zu vernetzen. Gegen die Einsamkeit wurde gemeinsam Suppe gegessen, an anderer Stelle wurden Trostpflaster verteilt.“

Positives Feedback für Berater*innen

„Ich wusste gar nicht, dass es Sie gibt, ich melde mich bei Ihnen“, erklärte etwa eine Marktbesucherin; eine andere bedankte sich mit dem Satz „Das hat wohl der liebe Gott so eingerichtet, dass ich Sie hier treffe“.  In einem Valentinsgottesdienst gab es es an der Station „Herausforderungen“ ebenfalls eine positive Rückmeldung: „Meine Beziehung war gut, doch seit mein Partner tot ist, bin ich froh, dass ich in die Lebensberatungsstelle gehen kann.“ Besonders freuten sich die Mitarbeitenden einer Beratungsstelle nach einem von ihnen gestalteten Gottesdienst auch über diese Aussage: „Ich habe meinen Mann noch nie so offen erlebt, er war ganz angeregt und hat noch nach dem Gottesdienst überlegt, was wir schon alles gemeinsam gewuppt und erreicht haben. Das war beeindruckend und schön zu erleben!“

Das Fazit, das Koch-Brinkmann zum Ende der Kampagne zieht, fällt positiv aus: Viel Vernetzung sei erzielt worden, unter anderem auch über die Möglichkeit, Psychologische Beratungsstellen in diakonischer oder Kirchenkreis-Trägerschaft zu besichtigen. Mithilfe von Vorträgen seien psychologische Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, und es habe eine Sensibilisierung für Beziehungsthemen stattgefunden. Berater*innen hätten viel positives Feedback zu ihrer wichtigen Arbeit bekommen und sich, teilweise zum ersten Mal, getraut, nach draußen zu gehen. „Unsere Kampagne ‚Never Walk Alone‘ hat ihnen dafür Mut gemacht“, sagt Koch-Brinkmann abschließend.